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Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » CH-Tagungsberichte 04. Dezember 2020
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Zwischen Nutzen und Kritik: Der Einfluss von Arzneimitteln auf das Gesundheitssystem

Frank R. Lichtenberg, Columbia University, New York (USA)

 

Lichtenberg diskutierte in seinem Vortrag die Hypothese, dass Verbesserungen in der Gesundheitsversorgung in den letzten Jahren vor allem durch biomedizinische Innovationen bedingt waren, insbesondere durch die Entwicklung und Einführung neuer Arzneimittel.

 

Die Lebenserwartung ist zwischen 1950 und 2000 weltweit von 46.5 Jahren auf 65.9 Jahre gestiegen, wobei sich der Unterschied zwischen den stärker und weniger entwickelten Ländern verkleinert hat. Der Anteil Personen an der Gesamtpopulation, welcher in einem Betagtenheim wohnt, ist durchschnittlich von 6 pro 100 Personen im Jahr 1973 auf 4 pro 100 Personen im Jahr 1999 gesunken - ein Anzeichen für einen besseren funktionellen Status der Menschen.

 

Effektivität der neuen Produkte

Obwohl weltweit täglich neue Medikamente auf den Markt kommen, beträgt das mittlere Alter der eingenommenen Substanzen (Zeit seit der Zulassung durch die Behörden) seit Jahrzehnten relativ konstant ca. 20 Jahre, wobei allerdings erhebliche regionale und nationale Unterschiede bestehen.

 

Ein eindrückliches Beispiel des Effektes neuer Medikamente war die erhebliche Verbesserung der Prognose von HIV-positiven Personen durch die Einführung der modernen antiretroviralen Therapie Mitte der 90er-Jahre. Die 5-Jahres-Überlebenschance stieg von 1993 bis 2000 von ca. 3% auf 54%:

 

Überlebenskurven von HIV/AIDS-Patienten in den Jahren 2000 und 1993

 

Gemäss ökonomischen Berechnungen waren rund zwei Drittel der Zunahme der Lebenserwartung um 22.6 Jahre und rund ein Drittel der eingesparten Hospitalisationen zwischen 1993 und 2001 auf den Gebrauch von neuen HIV-Medikamenten zurückzuführen.

 

Einen weiteren Hinweis auf den Nutzen neuer Medikamente haben die Resultate einer zwischen 1982 und 2001 durchgeführten Longitudinalstudie in 52 Ländern gegeben. Rund 40% der Zunahme der Lebenserwartung um 2 Jahre zwischen 1986 und 2000 (das entspricht 0.8 zusätzlichen Lebensjahren) waren auf die Einführung neuer Medikamente zurückzuführen:

 

Zunahme der Lebenserwartung insgesamt und durch neue Medikamente

 

Treibt man diese Rechnung weiter, resultiert eine Zunahme der Lebenserwartung eines Babys durch neue Medikamente um 3 Wochen pro Jahr. Ähnliche Einflüsse auf die Lebenserwartung waren bei generischen Produkten nicht nachweisbar.

 

Kosten - Nutzen

Im Jahr 1997 betrugen die durchschnittlichen Gesundheitsausgaben pro Kopf in den OECD-Ländern 250 US-Dollar. Aus den erwähnten Resultaten zur Lebenserwartung können nun die Kosten für ein gewonnenes Lebensjahr durch innovative neue Medikamente berechnet werden: Diese betragen pro Kopf und pro Jahr 4'500 US-Dollar.

 

Die Ergebnisse einer Beobachtungsstudie sprachen klar dafür, dass ältere Personen in Ländern, wo neuere Medikamente zum Einsatz kamen, weniger hospitalisiert wurden und weniger Zeit ihres Lebens in einem Betagtenheim verbrachten. Der Kostenzunahme von 284 bis 785 US-Dollar pro Person durch Medikamentenausgaben standen potentielle Einsparungen von 1’945 US-Dollar durch die Reduktion von Hospitalisierungen und Einweisungen ins Betagtenheim gegenüber.

 

Lichtenberg hat in einer vor wenigen Jahren durchgeführten Studie untersucht, ob der finanzielle Nutzen der Erhaltung der Produktivität durch neue Wirkstoffe die zunehmenden Medikamentenkosten decken kann oder sogar übersteigt: Die Arbeitsunfähigkeit durch den Nutzen neuer Medikamente konnte zwischen 1982 und 1996 um absolute 1.2% reduziert werden. Medikamentenkosten von 51 US-Dollar stand ein Produktivitätsgewinn von 451 US-Dollar gegenüber.

 

 
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23.11.2007 - dde
 



 
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