Leaderboard

Sie sind hier: Kongresse/Tagungen » CH-Tagungsberichte 02. Dezember 2020
Suchen
tellmed.ch
CH-Tagungsberichte
Erweiterte Suche
Fachliteratur
Fortbildung
Kongresse/Tagungen
Kongressberichte
CH-Tagungsberichte
Kongresskalender
Tools
Humor
Kolumne
Presse
Gesundheitsrecht
Links
 

Zum Patientenportal

 
Schrift: Schrift grösser Schrift kleiner

 Das Portal für Ärztinnen und Ärzte

Tellmed richtet sich ausschliesslich an Mitglieder medizinischer und pharmazeutischer Berufe. Für Patienten und die Öffentlichkeit steht das Gesundheitsportal www.sprechzimmer.ch zur Verfügung.

 

Rect Top

Diastolische Dysfunktion und Herzinsuffizienz

Einleitung

Definition

Kontinuum von abnormaler LV-Relaxation bis zur diastolischen Herzinsuffizienz

  • Abnormale LV-Relaxation: abnormale LV-Relaxation/-Füllung, normale Belastungs-Kapazität (Echo-Befund)
  • Diastolische Dysfunktion: erhöhter LV-Füllungsdruck, verminderte Belastungs-Kapazität
  • Diastolische Herzinsuffizienz: erhöhter LV-Füllungsdruck, verminderte Belastungs-Kapazität und Herzinsuffizienz-Symptome (Flüssigkeits-Retention)
  • LVEF > 50% = „Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Funktion" 33%; >70-jährig: 50%
  • hauptsächlich Frauen haben Herzinsuffizienz mit erhaltener systolischer Funktion (80%)
  • Ältere Patienten mit diastolischer Dysfunktion Funktion
Prävalenz der diastolischen Herzinsuffizienz
  • 40-60% der Patienten mit Herzinsuffizienz haben eine normale LVEF (> 50%)
  • Prävalenz mit zunehmendem Alter steigend
    - <50-jährig: 15%; 50-70-jährig: auch ohne LV Hypertrophie und Hypertonie
Chronisch progressive Erkrankung
  • Mortalität: »30%/ 5 Jahren
  • Morbidität: »50% Hospitalisationen/ 5 Jahren

Zentraler Faktor in der Progression der Herzinsuffizienz: Neurohumorale Stimulation

 

Aetiologie der Diastolischen Dysfunktion

  • Chronische arterielle Hypertonie
    - Hypertensive Kardiomyopathie mit supranormaler LVEF
  • Hypertrophe Kardiomyopathie
    - Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie (HOCM)
    - Hypertrophe, nicht obstruktive Kardiomyopathie
  • Aortenstenose mit erhaltener LVEF
  • Ischämische Kardiomyopathie
  • Restriktive Kardiomyopathie
    - Idiopathisch
    - Infiltrative Kardiomyopathien (Amyloidose)

 

Allgemeine therapeutische Massnahmen

Behandlung reversibler kardialer Dysfunktion
  • Strikte Behandlung der arteriellen Hypertonie
    - Reduktion des CHF Risikos um 40-50%
  • Salzrestriktion
  • Frequenzkontrolle bei Tachyarrhythmie (spez. VHFlimmern/-Flattern)
Ursachen der rezidivierenden Dekompensationen
  • Non-Compliance bei der medikamentösen Therapie
  • Nichteinhalten der Salzrestriktion
  • Infektiöse Erkrankungen (viral und bakteriell)
  • Schmerzmittel (NSAR, Cox-2 Inhibitoren), Kortikosteroide
Wichtige supportive Massnahmen
  • Tägliches Wägen; melden einer Gewichtsveränderung von mehr als 2 kg / 3 Tagen
  • Proaktive Kontrolle: Disease Management

 

Medikamentöse Therapie und wichtige Nebenwirkungen

Diuretika

Ziel: ZVD (Jugularis interna rechts) von 7-8 cm H2O

  • Adäquate Verwendung von Diuretika für CHF-Therapie entscheidend
    - Vorsicht: Bei Patienten mit kleinen, steifen Herzen und diastolischer Dysfunktion führt übermässige Reduktion des ZVD (Vorlast) zu Hypotonie und Niereninsuffizienz
  • Aufgrund pathophysiologischer Überlegungen nur in Kombination mit einem ACE-Inhibitor/ Angiotensin-II-Rezeptor-Antagonist
  • Torasemid bei dekompensierter Herzinsuffizienz effektiver als Furosemid
  • Bei dekompensierter CHF per os Medikation häufig ungenügend: i.v. Therapie notwendig

 

ACE-Hemmer

Keine prospektiven Herzinsuffizienz-Studien, die einen günstigen Effekt von ACE-Hemmern auf die Mortalität oder Morbidität bei diastolischer Dysfunktion beweisen

Aber

  • In der HOPE Studie (Heart Outcomes Prevention Evaluation Study) reduzierte Ramipril das Auftreten von Herzinsuffizienz um 22% (p<0.01)
  • ACE-Hemmer sind günstig bei Behandlung der hypertensiven Kardiopathie (Regression LVH
  • Empirische Therapie aufgrund pathophysiologischer Überlegungen ws. günstig
    - Speziell bei Verwendung von Diuretika - Aktivierung RAS - Vermehrte Fibrose
  • In retrospekiven Studien Verbesserung der Morbidität aber nicht der Mortalität
Nebenwirkungen/Komplikationen
  • Arterielle Hypotonie:
    - Meist Aktivierung des RAS bei vorgängig schneller, (zu) starker Diurese
  • Niereninsuffizienz:
    - Risikofaktoren: Aktivierung des RAS, Nierenarterien-Stenosen, NSAR, Cox-2 Inh.
    - Mässige Erhöhung des Kreatinins (max. 50-100% des Ausgangswertes; max. 250-350 mmol/L) akzeptabel, sofern kein path. Anstieg des Serum-Kaliums

 

Angiotensin II – Rezeptor – Blocker (ARB)

  • In der prospektiven, plazebo-kontrollierten CHARM-Studie reduzierte Candasartan bei Patienten mit Herzinsuffizienz und erhaltener LV Funktion (LVEF > 40%) die
    - herzinsuffizienz-bedingte Hospitalisationen,
    - nicht aber der kombinierte, primäre Endpunkt (Mortalität oder CHF Hosp.; p = 0.051 adj.)
  • ARBs, resp. Candesartan, sollten darum für die Behandlung der diastolischen Dysfunktion in Betracht gezogen werden
Nebenwirkungen
  • Hypotension:  Gleich wie ACE-Hemmer
  • Niereninsuffizienz: Gleich wie ACE-Hemmer

 

Beta-Blocker

Keine prospektiven Studien, die einen günstigen Effekt von b-Blocker auf die Mortalität oder Morbidität bei diastolischer Dysfunktion beweisen.

Aber b-Blocker

  • reduzieren die Herzfrequenz und verbessern die LV-Füllung (speziell bei körperlicher Belastung und bei Vorhofflimmern); Ziel-Herzfrequenz 60-70/Min. in Ruhe
  • vermindern die Hypertonie-induzierte LV Hypertrophie
  • vermindern Ischämie-induzierte diastolische Dysfunktion

 

Kalziumkanal-Blocker

Keine prospektiven Studien, die einen günstigen Effekt von Kalziumkanal-Blockern auf die Mortalität bei diastolischer Dysfunktion beweisen.

Aber Kalziumkanal-Blocker (Verapamil und Diltiazem)

  • haben einen direkten, Relaxations-verbessernden Effekt und scheinen die Morbidität zu vermindern
  • reduzieren die Herzfrequenz und verbessern die LV-Füllung (insbesondere auch bei Vorhofflimmern)
  • bei Patienten mit hypertropher Kardiomyopathie vermindert Verapamil die Mortalität

 

Weitere Medikamente

Nitrate

  • Reduzieren die Vorlast und führen so zu einer günstigen Beeinflussung der LV Druck-Volumen-Beziehung und zu einer allfälligen myokardialen Ischämie
  • Nebenwirkungen: Vorsicht: Bei Patienten mit kleinen, steifen Herzen und diastolischer Dysfunktion führt übermässige Reduktion des ZVD (Vorlast) zu Hypotonie und Niereninsuffizienz

 

Aldosteron-Antagonisten

  • Reduktion der myokardialen Fibrose möglich, aber keine prospektiven Daten bei Patienten mit diastolischer Dysfunktion

 

Digoxin

In der Regel bei diastolischer Dysfunktion kontraindiziert

 

 
Mediscope
 
16.06.2005 - dde
 



 
Adserver Footer
Rect Bottom
 

Abonnieren Sie den Tellmed-Newsletter

Anmelden >>

Kongress eintragen

Tragen Sie Ihre Kongresse direkt in Tellmed ein! >>

Fachportal Gastroenterologie:
Abklärung, Diagnose
Therapie, Prävention

Eisen-Fachportal:
Eisenmangel und Eisenmangelanämie
Sprechzimmer: Patientenratgeber

Wir befolgen die HONcode Prinzipien der Health On the Net Foundation Wir befolgen die HONcode Prinzipien.
Hier prüfen>>  

Sky right 1