Leaderboard

Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 03. Dezember 2020
Suchen
tellmed.ch
Journalscreening
Erweiterte Suche
Fachliteratur
Journalscreening
Studienbesprechungen
Medizin Spektrum
medinfo Journals
Ars Medici
Managed Care
Pädiatrie
Psychiatrie/Neurologie
Gynäkologie
Onkologie
Fortbildung
Kongresse/Tagungen
Tools
Humor
Kolumne
Presse
Gesundheitsrecht
Links
 

Zum Patientenportal

 
Schrift: Schrift grösser Schrift kleiner Als Email versenden Druckvorschau

 Das Portal für Ärztinnen und Ärzte

Tellmed richtet sich ausschliesslich an Mitglieder medizinischer und pharmazeutischer Berufe. Für Patienten und die Öffentlichkeit steht das Gesundheitsportal www.sprechzimmer.ch zur Verfügung.

 

Rect Top

Orale Kontrazeption: Wahl des Gestagens beeinflusst Thromboserisiko

Zwei im aktuellen BMJ publizierte Studien - eine aus den Niederlanden und eine aus Dänemark - untersuchten das venöse Thromboserisiko unter oraler Kontrazeption in Abhängigkeit von der Wahl des Gestagens.

Die niederländische Studie beruht auf Daten von 1'524 prämenopausalen Frauen aus sechs Spezialkliniken, die wegen einer tiefen Beinvenenthrombose behandelt wurden. Diese wurden mit 1'760 Kontrollen verglichen. Primärer Endpunkt war eine objektivierte tiefe Beinvenenthrombose oder Lungenembolie.

 

Unter aktueller oraler Kontrazeption war das relative Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose gegenüber Nichtanwenderinnen um das Fünfache erhöht. Nicht nur die Östrogendosis war mit einer Risikoerhöhung assoziert. Auch die Wahl des Gestagens hatte einen Einfluss: Levonorgestrel erhöhte das Risiko um den Faktor 3.6, Gestoden um den Faktor 5.6, Desogestrel um den Faktor 7.3, Cyproteronacetat um den Faktor 6.8 und Drospirenon um den Faktor 6.3. Dabei war das Thromboserisiko in den ersten Monaten am höchsten.

 

Konklusion der Autoren: Unter oraler Kontrazeption besteht trotz Anwendung moderner Präparate nach wie vor ein erhöhtes Risiko für eine tiefe Beinvenenthrombose. Neben Östrogendosis und Dauer der Anwendung ist auch die Wahl des Gestagens für die Minimierung des Thromboserisikos bedeutsam.

 

Für die dänische Kohortenstudie wurden alle Frauen aus dem nationalen Register (1995-2005), die zwischen 15 und 49 Jahre alt waren und bei denen keine kardiovaskulären oder malignen Erkrankungen vorlagen, eingeschlossen. Insgesamt wurden 10.4 Millionen Lebensjahre erfasst und 3.3 Millionen Anwederjahre einer oralen Kontrazeption. Von insgesamt 4'213 registrierten tiefen Beinvenenthrombosen traten 2'045 bei aktuellen Anwenderinnen auf. Das absolute Risiko für eine Venenthrombose pro 10'000 Frauenjahre betrug 3.01 bei den Nichtanwenderinnen und 6.20 bei den aktuellen Anwenderinnen. Mit der Dauer der Anwendung nahm das erhöhte Risiko wieder ab: Im ersten Jahr war das Risiko gegenüber Nichtanwenderinnen um das 4.17-fache, nach 1 bis 4 Jahren noch um das 2.98-fache und nach mehr als 4 Jahren nur noch um das 2.76-fache erhöht. Auch in dieser Studie wurde das Risiko von der Wahl des Gestagens beeinflusst: Verglichen mit Levonorgestrel war das Risiko mit Norgestimat 1.19-fach, mit Desogestrel 1.82-fach, mit Gestoden 1.86-fach, mit Drospirenon 1.64-fach und mit Cyproteron 1.88-fach erhöht. Das Risiko mit Norgestimate war mit 1.19 etwa gleich wie mit Levonorgestrel. Diese Vergleiche galten unter der Voraussetzung, dass die Dauer der Einnahme und die Östrogendosis gleich waren.

 

Konklusion der Autoren: Das Risiko für tiefe Beinvenenthrombosen unter aktueller Anwendung oraler Kontrazeptiva ist abhängig von der Östrogendosis und der Dauer der Anwendung. Gegenüber Levonorgestrel besteht bei Präparaten mit Desogestrel, Gestodene oder Drospirenon ein höheres Thromboserisiko.

 

Link zur niederländischen Studie

Link zur dänischen Studie

BMJ 2009;339:b2921 - BMJ 2009;339:b2890 - van Hylckama Vlieg A et al. - Lidegaard Ø et al.

18.08.2009 - gem

 
Adserver Footer
Rect Bottom
 

Abonnieren Sie den Tellmed-Newsletter

Anmelden >>

Fachbereiche
Gynäkologie
Kardiovaskuläre Erkrankungen
Artikel zum Thema
medline Related Articles (Niederländische Studie)
medline Related Articles (Dänische Studie)

Fachportal Gastroenterologie:
Abklärung, Diagnose
Therapie, Prävention

Eisen-Fachportal:
Eisenmangel und Eisenmangelanämie
Sprechzimmer: Patientenratgeber

Wir befolgen die HONcode Prinzipien der Health On the Net Foundation Wir befolgen die HONcode Prinzipien.
Hier prüfen>>  

Sky right 1