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Empfehlungen zum Vorgehen bei Schlafstörungen

Das Management von Patienten mit Schlafstörungen gehört zu den grossen täglichen Herausforderungen des Praktikers. Die British Association for Psychopharmacology hat nun Guidelines für die Diagnose und Therapie der Insomnie und anderer Schlafstörungen erarbeitet.

Experten im Bereich der Schlafmedizin haben eine ausgedehnte Literaturreview durchgeführt und bei der Auswahl der Studien den Schwerpunkt auf Metaanalysen, systematische Reviews, randomisierte Studien und Updates gelegt. In einem Konsensus-Meeting im Mai 2009 wurden die Resultate der Literaturreview diskutiert und in der Folge die Richtlinien ausgearbeitet.

 

Empfehlungen für die Diagnose

  • Die Diagnose erfolgt aufgrund der geschilderten Beschwerden des Patienten, idealerweise erhärtet durch Daten aus dem Schlaftagebuch des Betroffenen
  • In folgenden Situationen kann eine Abklärung in einem Schlafzentrum/Schlaflabor indiziert sein:
    - Verdacht auf zirkadiane Rhythmusstörungen (Abklärung durch Aktigraphie)
    - Parasomnie oder andere Schlafstörungen (Abklärung durch Polysomnographie)
    - Therapierefraktäre Schlafstörung

 

Empfehlungen für die Therapie

Eine Insomnie sollte behandelt werden, da einerseits die Lebensqualität und das tägliche Funktionieren stark eingeschränkt sind und andererseits ein erhöhtes Risiko für Depressionen, Angststörungen und mit grosser Wahrscheinlichkeit auch kardiovaskuläre Ereignisse besteht. Das Behandlungsziel ist die Reduktion des Distress und die Verbesserung der Funktion am Tag.

  • Für die chronische Insomnie ist die kognitive Verhaltenstherapie effektiv und sollte deshalb als Erstlinientherapie empfohlen werden. Solche Settings – inklusive Schlafrestriktion und Stimuluskontrolle - sollten vermehrt angeboten werden.
  • Bei der Wahl eines medikamentösen Schlafmittels sind die Effektivität, die Verträglichkeit, die Wirkungsdauer, frühere Erfahrungen des Patienten und eine allfällige Suchtanamnese zu berücksichtigen.
  • Beim Absetzen von Schlafmitteln sollte – falls möglich - zuerst eine intermittierende Medikation erfolgen. Absetzversuche sollten regelmässig – so alle 3-6 Monate, je nach Umstände – gemacht werden. Während des Ausschleichens des Hypnotikums verbessert die kognitive Verhaltenstherapie den Outcome.
  • Antidepressiva sollten in therapeutischer Dosierung angewendet werden, wenn gleichzeitig eine Stimmungsstörung vorliegt. Allerdings ist zu beachten, dass eine Überdosierung von trizyklischen Antidepressiva auch bei kleinen Einzeldosen möglich ist.
  • Wegen häufigen Nebenwirkungen gehören Neuroleptika nicht zu den Erstlinienpräparaten bei Schlafstörungen. Auch Antihistaminika spielen in der Therapie der Insomnie eine Nebenrolle.

 

Empfehlungen für spezifische Patientengruppen

Bei postmenopausalen Frauen tritt gehäuft eine Insomnie auf. Beim Entscheid über eine Hormontherapie sind Nutzen und Risiken mit der Patientin zusammen abzuwägen.

  • Kinder mit Schlafstörungen sprechen gut auf Verhaltenstherapie an. Bei Kindern mit einem ADHS, welche keine stimulierenden Medikamente erhalten, kann Melatonin die Schlafstörungen mildern.
  • Bei Kindern und Erwachsenen mit einer Lernstörung sollten die Qualität der Schlafstörung und auslösende sowie verschlimmernde Faktoren genau ermittelt werden. Erstlinientherapien beinhalten Umgebungs, Verhaltens- und Erziehungsinterventionen. Melatonin kann den Schlaf effektiv verbessern.
  • Bei zirkadianen Schlafstörungen ist zwischen delayed sleep-phase syndrome (verzögerte Schlafphasen) und free-running disorder (Schlaf ohne irgendeinen Rhythmus) zu unterscheiden. Bei diesen Störungen oder Jetlag kann Melatonin eingesetzt werden. Verhaltenstherapie und fahrplanmässige Lichtexposition können ebenfalls hilfreich sein.

 

Link zur Studie

J Psychopharmacol 2010, online Publikation 2. September - Wilson SJ et al

08.09.2010 - dde

 
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