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Sie sind hier: Fachliteratur » Journalscreening 04. Dezember 2020
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Antibiotika-Resistenzen: Fortbildungsprogramm für Hausärzte hilft Antibiotika einzusparen

Eine Studie im BMJ evaluierte die Effektivität und Kosten eines gezielten und vielschichtigen Fortbildungsprogramms für Hausärzte, um unnötige Antibiotikaverordnungen in der Primärversorgung und damit Antibiotikaresistenzen einzudämmen.

An der randomisierten kontrollierten Studie beteiligten sich 68 Hausarztpraxen in Wales (UK), die etwa 480'000 Patienten betreuen. 139 Ärzte aus 34 dieser Praxen absolvierten das STAR (Stemming the Tide of Antibiotic Resistance)-Fortbildungsprogramm, mit dem ua. auch das eigene Verordnungsverhalten reflektiert wird und das Informationen zu lokalen Antibiotikaresistenzen sowie online Fortbildungen zur optimierten antibiotischen Behandlung der Patienten bereitstellt. Als Kontrolle dienten 124 Ärzte der restlichen Praxen, die das STAR-Programm nicht absolvierten. Primärer Endpunkt war die Zahl der Verschreibungen oraler Antibiotika pro 1000 Patienten im Vergleich zum Vorjahr. Sekundäre Endpunkte waren Spitaleinweisungen oder Wiedervorstellungen in der Praxis innerhalb einer Woche wegen Atemwegsinfekten und Kosten.

 

In der STAR-Gruppe wurden im Jahr nach der Fortbildung deutlich weniger Rezepte für orale Antibiotika ausgestellt: 14.1 Rezepte weniger pro 1000 Patienten. Dagegen wurden in der Kontrollgruppe sogar mehr Antibiotika als im Vorjahr verschrieben: 12.1 Rezepte mehr pro 1000 Patienten. Damit hatte die STAR-Gruppe ihre Antibiotikaverordnungen im Vergleich zur Kontrollgruppe um signifikante 4.2% reduziert (p=0.02). Ein Rückgang wurde bei allen Antibiotikaklassen mit Ausnahme der penicillinaseresistenten Penecilline beobachtet. Am deutlichsten wurde bei Phenoxymehylpenicillinen (Penicillin V) und Makroliden gespart (7.3% respektive 7.7%). Trotz geringerem Antibiotikaeinsatz in der STAR-Gruppe kam es nicht signifikant häufiger zu Spitaleinweisungen oder Wiedervorstellungen in der Praxis innerhalb einer Woche wegen Atemwegsinfekten. Analog zum Verschreibungsverhalten waren die Ausgaben für Antibiotika in der STAR-Gruppe um 5.5% niedriger als in der Kontrollgruppe. Der dadurch erreichten Kosteneinsparung von etwa 830 Pfund pro Jahr und Praxis standen allerdings die etwas höheren Kosten für das Fortbildungsprogramm gegenüber.

 

Konklusion der Autoren: Das STAR-Fortbildungsprogramm für Hausärzte zur Eindämmung von Antbiotikaresistenzen führte im nachfolgendem Jahr zum reduzierten Einsatz oraler Antibiotika, ohne sich negativ auf die Zahl der Spitaleinweisungen und Wiedervorstellungen in der Praxis oder auf die Kosten auszuwirken.

 

Link zur Studie

BMJ 2012; 344 doi: 10.1136 - Butler CC et al.

10.02.2012 - gem

 
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